FDP Charlottenburg-Wilmersdorf

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Grußwort: Bürgerlich...

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Dr. Wilfried FestCharlottenburg-Wilmersdorf ist ein bürgerlicher Bezirk. In der Kaufkraft liegt man hinter dem Südwesten an zweiter Stelle. Die Mieten steigen zwar, aber man kann sie sich leisten, wenn man nicht sowieso Wohneigentümer ist. Der Bildungsstand ist hoch. Es gibt zwei Universitäten, ein Dutzend Gymnasien, Europaschulen, die Musikschule. Man lebt kultiviert, geht ins Theater oder in die Oper. Von ersteren droht denen am Ku'damm die Schließung, die Tribüne ist schon zu, dafür gastiert die Staatsoper demnächst im Schiller-Theater. Das Angebot bleibt vielfältig: Jeden Sonntag  Vernissagen in einer der zahlreichen Galerien, Nofretete ist zwar schon nach Mitte gezogen, aber die Surrealisten haben in der Schloßstraße ihren Platz eingenommen, gegenüber wollen sich die jungen Berggruens um die Ecke ausdehnen, wenn ihnen nicht das Geld in der Krise ausgeht. Die Orangerie verliert die Vor- und Frühgeschichte ans neue Museum, was soll's. Die Parkbenutzung bleibt entgeltfrei, die Parkraumbewirtschaftung wird nicht ausgedehnt, der Bürgerentscheid dagegen war erfolgreich. Worüber sollen sich die Bürger sonst noch aufregen?

Pro Reli? Vielleicht. Scientology? „Wird überhaupt nicht ignoriert“, wie die letzten echten Berliner parlieren.

Die Gaststätten sollen einen Internet-TÜV bekommen, muss das wirklich sein, stellt man den Italiener an der Ecke an den Pranger wegen einer Schmuddelecke in der Küche? Alles halb so schlimm. Und dann das: Ein totes Baby im Kleider-Container, diesem Aufbewahrungsort von bürgerlicher Caritas. An der Güntzelstraße, nicht im Osten oder in Neukölln. Das macht sprachlos. Verwahrlosung und Verlust jeglichen ethischen Bewusstseins mitten unter uns. Was ist zu tun? Im Jugendhilfeausschuss der BVV debattiert man seit Monaten über die Verbesserung des Kinderschutzes. Der Senat hat zusätzliche Stellen bewilligt, sie können kaum besetzt werden. Aber kann Verwaltung, kann Politik ein solches Problem in den Griff bekommen?

Elternkurse für unerfahrene Mütter und Väter sind sicher gut gemeint und helfen denen, die sie wahrnehmen. Aber staatliche Betreuung von der Wiege bis zur Bahre kann nicht die liberale Antwort sein auf den Verlust von Verantwortungsgefühl. Die Befähigung zu verantwortungsvollem Handeln erwächst aus gesicherten Familienstrukturen, aus gut nachbarschaftlichen Verhältnissen, aus dem Bereitschaft, dem Nächsten in Not zu helfen.Das gäbe es doch noch in der City West, dachten wir, aber die Erosion der Werte macht auch vor diesem bürgerlichen Bezirk nicht halt.

Es gibt sie auch bei uns, die Szene von Bettlern am Breitscheidplatz, von Trinkern am Richard-Wagner-Platz, von Dealern am Fehrbelliner Platz. Wir haben uns schon daran gewöhnt, wollen niemand verdrängen, schauen darüber hinweg, hoffen, dass es sich von selbst erledigt. 

Jetzt sind wir schockiert. Wie lange wird die Starre anhalten, wie schnell gehen wir zur Tagesordnung über?

Wir sollten solche Vorfälle auf keinen Fall gleichgültig abhaken. Moderner Liberalismus heißt ja gerade nicht laissez faire. Als engagierte Liberale müssen wir unverdrossen für die Stärkung der Eigenverantwortung eintreten, offensiv  Hilfe zur Selbsthilfe statt aufgeblähter Fürsorge fordern.

Die Umfragewerte für die FDP in der aktuellen Wirtschaftskrise machen Mut. Lassen wir uns nicht beirren und stehen zu unseren Grundwerten.

 

Aktueller Hinweis

FDP Charlottenburg-Wilmersdorf startet neues Internetangebot. Mit dem neuen liberalis.de ist die liberale Arbeit im Internet so einfach wie nie zuvor. Schauen Sie sich gern um!